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100 Jahre WILPF PDF Drucken E-Mail

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EINE FRIEDENSAGENDA FÜR DAS 21. JAHRHUNDERT

Grosse Frauen-Friedenskonferenz

Am Gründungsort Den Haag, 27. - 29. April 2015

Amy Goodman, Moderatorin von Democracy Now! wird die Konferenz eröffnen und begleiten. > Press Release (English)

Im World Forum gibt es 5 Grossveranstaltungen mit prominenten Referentinnen.

Daneben finden 40 Seminare und Gesprächsrunden statt, wo die vielen eingeladenen Grassroot-Arbeiterinnen, Forscherinnen und internationalen Friedensorganisationen ihre Erfahrungen und Erkenntnisse austauschen. (Teilnehmer sind beispielsweise swisspeace und Nobel Women’s Initiative.) 

Ein „Marktplatz“ und ein „Creative Corner“ stehen zur Verfügung für die Präsentation von Kreationen aller Art und Verkauf von Kunsthandwerk von allen Kontinenten. 

Eine Ausstellung zeigt Bilder und Dokumente von 100 Jahren internationaler Friedensarbeit.

Geplant ist auch eine öffentliche Manifestation zum Thema Militärausgaben.

Der 100.Geburtstag wird am 28.4., am Abend des Gründungstags, gefeiert mit Musik, Theater und Tanz.

Weitere Informationen zum Kongress und Bewegung: www.womenstopwar.org  

 

1915 wurde in Den Haag die WILPF gegründet

Die WILPF (Women's international League for Peace and Freedom) ist die erste pazifistische Frauenorganisation. Sie wurde 1915, mitten im 1. Weltkrieg, in Den Haag gegründet, wo über 1000 Frauen aus 12 Nationen sich trafen, um gegen „den Wahnsinn und die Gräuel“ des Kriegs zu protestieren. Die Initiative dazu ging von führenden Persönlichkeiten der Frauenstimmrechtsbewegung aus. Die WILPF ist als Teil der weiblichen Emanzipationsbewegungen des 20. Jahrhunderts zu verstehen. Neben dem Einsatz für Frieden ging es von Anfang an auch um den Anspruch auf soziale Gerechtigkeit. 1926 zählte die WILPF etwa 50'000 Mitglieder und war in 40 Ländern vertreten, sie gilt als die bedeutendste pazifistische Frauenorganisation der Zwischenkriegszeit. Der 2. Kongress fand 1919 in Zürich statt.

Die Forderungen von 1915 lauteten:

  • Selbstbestimmungsrecht der Völker
  • eine Vereinigung der Nationen
  • Internationale Schiedsgerichte und Mediation bei Konflikte (Neu und innovativ war z.B. der Gedanke, mittels ökonomischer Sanktionen auf einen Rechtsbrecher Druck auszuüben. Er wurde 1919 in die Völkerbund-Charta aufgenommen und ist heute selbstverständlich geworden.) 
  • eine demokratische Kontrolle der Aussenpolitik (anstatt Geheimverträge)
  • eine allgemeine und totale Abrüstung
  • Massnahmen zur Beendigung des Krieges (Eine Frauendelegation bereiste nach der Gründung 14 Länder, unter anderen auch die Schweiz, um für ihre Vorschläge zu werben. Die internationale Presse bedachte diese Aktivitäten mit Spott und Hohn.
  • eine Gleichberechtigung der Geschlechter, Rassen und Konfessionen (z.B. Frauenstimm- und Wahlrecht)

Die Gründung der Schweizer Sektion, Clara Ragaz 

Die Schweizer Sektion der WILPF (oder deutsch IFFF: Internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit) gibt es bereits seit 1915. Sie zählte anfänglich vier, 1934 bereits 14 Ortsgruppen mit total etwa 600 Mitgliedern. Während des 2. Weltkriegs begannen sich aber ihre Reihen zu lichten, 1941 gab es noch sieben Gruppen. 

Führende Persönlichkeit war Clara Ragaz, Präsidentin der Schweizer Sektion von 1915 bis 1946, internationale Präsidentin auch während des 2. Weltkriegs. Ragaz gehörte, zusammen mit ihrem Mann Leonhard, der religiös-sozialen Bewegung an.

WILPF und Schweizer Geschichte

Die Akten der Schweizer Sektion, die im Sozialarchiv aufbewahrt werden, spiegeln ein Stück Schweizer Geschichte. Hier einige Beispiele aus der „Frühgeschichte“:

-      15. März 1921: Eingabe zugunsten der Schaffung eines Zivildienstes an den Bundesrat, 1922 nachgedoppelt durch eine Petition mit 40.000 Unterschriften an die Bundesversammlung

-      1932/33: Unterschriftensammlung für eine allgemeine und totale Abrüstung: Dem Völkerbundsrat werden 12 Millionen Unterschriften überreicht, davon 6 Millionen von der WILPF (311.000 von der Schweizer Sektion, obwohl die Sammlung von Presse, Parteien und Kirchen mehrheitlich bekämpft wurde)

-      1932: Brief der WILPF an den Bundesrat aus Protest gegen den Einsatz der Armee bei der Arbeiterdemonstration in Genf, wo 12 Demonstrierende getötet und über 60 verletzt wurden

-      1938: Schreiben an Bundesrat Baumann aus Protest gegen die Einführung des Judenstempels

-      1938-45 Kampf für Abrüstung, Presse-und Redefreiheit, Aufnahme von Flüchtlingen, ab 1943 Überlegungen zu einer Friedensordnung nach dem Krieg

Während die WILPF International bei der UNO und in vielen einzelnen Ländern durchgehend eine grosse Rolle spielt, ist die Schweizer Sektion zweimal aufgelöst, aber jeweils bald von jüngeren Frauen wiedergegründet worden.

WILPF und UNO

Als nichtstaatliche Organisation (NGO) ist die WILPF mit beratendem Status bei der UNO und ihren Unterorganisationen  in Genf, New York, Paris und Rom akkreditiert. Sie betreibt intensives Lobbying für Abrüstung, Frauenrechts- und Menschenrechtsanliegen. Die internationalen WILPF-Büros in Genf und New York koordinieren die Arbeit der 30 Sektionen weltweit.

Kongress 22.-25.4.2015

Am WILPF-internen ordentlichen Kongress in Den Haag werden die Delegierten aller Sektionen unter anderem ein „Manifest“ verabschieden, das in den Sektionen monatelang diskutiert worden ist.

Die Gründung der Schweizer Sektion, Clara Ragaz 

Die Schweizer Sektion der WILPF (oder deutsch IFFF: Internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit) gibt es bereits seit 1915. Sie zählte anfänglich vier, 1934 bereits 14 Ortsgruppen mit total etwa 600 Mitgliedern. Während des 2. Weltkriegs begannen sich aber ihre Reihen zu lichten, 1941 gab es noch sieben Gruppen. 

Führende Persönlichkeit war Clara Ragaz, Präsidentin der Schweizer Sektion von 1915 bis 1946, internationale Präsidentin auch während des 2. Weltkriegs. Ragaz gehörte, zusammen mit ihrem Mann Leonhard, der religiös-sozialen Bewegung an.

 

WILPF und Schweizer Geschichte

Die Akten der Schweizer Sektion, die im Sozialarchiv aufbewahrt werden, spiegeln ein Stück Schweizer Geschichte. Hier einige Beispiele aus der „Frühgeschichte“:

-      15. März 1921: Eingabe zugunsten der Schaffung eines Zivildienstes an den Bundesrat, 1922 nachgedoppelt durch eine Petition mit 40.000 Unterschriften an die Bundesversammlung

-      1932/33: Unterschriftensammlung für eine allgemeine und totale Abrüstung: Dem Völkerbundsrat werden 12 Millionen Unterschriften überreicht, davon 6 Millionen von der WILPF (311.000 von der Schweizer Sektion, obwohl die Sammlung von Presse, Parteien und Kirchen mehrheitlich bekämpft wurde)

-      1932: Brief der WILPF an den Bundesrat aus Protest gegen den Einsatz der Armee bei der Arbeiterdemonstration in Genf, wo 12 Demonstrierende getötet und über 60 verletzt wurden

-      1938: Schreiben an Bundesrat Baumann aus Protest gegen die Einführung des Judenstempels

-      1938-45 Kampf für Abrüstung, Presse-und Redefreiheit, Aufnahme von Flüchtlingen, ab 1943 Überlegungen zu einer Friedensordnung nach dem Krieg

Während die WILPF International bei der UNO und in vielen einzelnen Ländern durchgehend eine grosse Rolle spielt, ist die Schweizer Sektion zweimal aufgelöst, aber jeweils bald von jüngeren Frauen wiedergegründet worden.

WILPF und UNO

Als nichtstaatliche Organisation (NGO) ist die WILPF mit beratendem Status bei der UNO und ihren Unterorganisationen  in Genf, New York, Paris und Rom akkreditiert. Sie betreibt intensives Lobbying für Abrüstung, Frauenrechts- und Menschenrechtsanliegen. Die internationalen WILPF-Büros in Genf und New York koordinieren die Arbeit der 30 Sektionen weltweit.

Kongress 22.-25.4.2015

Am WILPF-internen ordentlichen Kongress in Den Haag werden die Delegierten aller Sektionen unter anderem ein „Manifest“ verabschieden, das in den Sektionen monatelang diskutiert worden ist.   

 
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